Denkwerkstatt

Eine eigene Sprache sprechen

Die Tische und Stühle stehen in U-Form, vorne ein projiziertes Bild mit endlosen Powerpoint-Charts, das Sonnenlicht ist weitgehend verbannt, der Tag wird lang … So kennen es die meisten von uns, das typische Meeting, sei es im eigenen Unternehmen oder in einem Tagungshotel.
Der Ablauf ist ebenfalls gelernt: Erst einen Kaffee trinken, dazu etwas kohlenhydratreiches Gebäck essen, dann hinsetzen und zuhören, ein paar Notizen machen, nebenbei E-Mails checken und hoffen, dass das Ganze pünktlich zu Ende geht. Was kommt bei so einem Tag heraus? Können durchschnittliche Erwartungen überdurchschnittliche Ergebnisse hervorbringen?
Wann fühlen wir uns wach und voller Tatendrang? Wenn alles so wie immer ist oder wenn wir überrascht werden und uns erst einmal orientieren müssen? Woran erinnern wir uns besser – an den Tag XY oder an den Tag, an dem etwas Außergewöhnliches passiert ist?
Genau das muss auch bei der Planung eines Meetings, einer Tagung oder eines Seminars Beachtung finden. Natürlich sind die Inhalte des Meetings wichtig, doch ist es nicht nur das. Entsprechend hoch ist aktuell das Interesse an neuen (oder wiederentdeckten) Tagungsformaten wie Barcamp, World Café, Fish Bowl und wie sie alle heißen. Ganze Tagungen und Workshops werden zu dem Thema „Wie tage ich innovativ?“ ausgerichtet. Das Ziel ist klar, die Teilnehmer sind tagungsmüde und sollen durch neue Formate wieder wachgerüttelt und bei der Stange gehalten werden, denn persönliche Zusammentreffen sind nach wie vor das beste Mittel, um etwas voranzubringen.
Von der Frontalbespielung wegzugehen, wann immer es geht, ist gut und richtig, jedoch beginnt ein Meeting schon weit vorher: Bei der Einladung, bei der Anreise und – beim Betreten des Tagungsraums. Die Aufmerksamkeit wird schon geweckt (oder auch ausgeschaltet), wenn die Teilnehmer hereinkommen, noch bevor überhaupt ein Wort gesprochen wurde.
Was viele nicht beachten: Jeder Raum spricht eine eigene Sprache. Wie wäre es also, wenn dieser die Teilnehmer einmal nicht im gewohnten Beamtendeutsch konfrontiert, sondern in einer Freizeit- und Jugendsprache überrascht, die sich nicht nur auf Fakten bezieht, sondern die Emotionen anspricht. In diesem Fall sagt der Raum nicht „Hallo, ich halte dich gefangen für die nächsten fünf Stunden“, sondern „Komm rein und entdecke, spiel mit mir und gehe mit mehr als du gekommen bist!“
Das hört sich albern an? Dann stellen Sie sich vor, Sie betreten einen Raum, der neben Palettenmöbeln ein altes Ölfass, ein buntes Surfbrett oder alte Kinosessel als Sitzgelegenheit bietet. Daneben streift der Blick ins (wandgemalte) Blaue. Oder Sie betreten die Bretter, die die Welt bedeuten: Auf einer Bühne zu stehen ist für die meisten Menschen mit einem ganz besonderen Gefühl verbunden. Worte erhalten besonderes Gewicht, man wird intensiv wahrgenommen und das Erlebte bleibt beim Publikum im Gedächtnis haften.
Nach der „Denkwerkstatt“ und der Bühne wird es im Palatin bald noch einen weiteren innovativen Tagungsraum geben. Wichtig ist aber noch zu bedenken, dass der Raum alleine noch keine perfekte Tagung macht. Ist aber dazu noch das Hotelteam mit Herzblut dabei, ist das Ergebnis unschlagbar. Hotellerie ist Zukunft!

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